Rodenberg verdient eine bessere Lösung. CDU lehnt Bebauungsplan für das „Gesunde Zentrum“ ab

Die CDU Rodenberg spricht sich klar gegen den Bebauungsplan Nr. 64 „Gesundes Zentrum Rodenberg“ aus. Dabei geht es nicht um ein Nein zu bezahlbarem Wohnraum oder zu einer besseren medizinischen Versorgung. Beides wird in Rodenberg gebraucht.

Es geht um die Frage, ob dieses Projekt an genau diesem Standort und in dieser Form richtig ist.

Nach intensiver Prüfung der Planunterlagen bestehen aus Sicht der CDU erhebliche Zweifel, ob die Interessen unserer Stadt ausreichend berücksichtigt wurden. Deshalb haben wir fristgerecht umfassende Einwendungen eingereicht.

Was ursprünglich versprochen wurde, sieht heute anders aus

Viele Bürgerinnen und Bürger erinnern sich an die ersten Vorstellungen des Projekts. Damals war von einem Gesundheitszentrum mit betreutem Wohnen, Tagespflege und medizinischer Versorgung die Rede.

Die heute vorliegenden Unterlagen zeichnen jedoch ein anderes Bild. Vorgesehen sind eine Arztpraxis sowie 56 Wohnungen, die nach den Unterlagen über das Förderprogramm „Sozialer Wohnraum“ der NBank entstehen sollen. Betreutes Wohnen oder eine Tagespflege sind nicht mehr Bestandteil des Vorhabens.

Für viele Menschen stellt sich daher die berechtigte Frage, ob der Name „Gesundes Zentrum“ die tatsächliche Planung überhaupt noch zutreffend beschreibt.

Der historische Ortskern braucht Fingerspitzengefühl

Der geplante Neubau soll unmittelbar am historischen Rathaus und am Schloss entstehen.

Mit einer Geschossfläche von rund 6.200 Quadratmetern auf nur 3.644 Quadratmetern Grundstück und bis zu vier Vollgeschossen entsteht eine Bebauung, die den bisherigen Maßstab des Ortskerns deutlich überschreitet. Nach unserer Auffassung fehlt bislang der Nachweis, dass sich diese Gebäudehöhe und Baumasse harmonisch in das historische Stadtbild einfügen.

Gerade der Amtsplatz gehört zu den prägendsten Bereichen Rodenbergs. Hier sollte besonders sorgfältig geplant werden.

Zu viele offene Fragen beim Verkehr

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Verkehrssituation.

Für 56 Wohnungen sowie eine Arztpraxis sind nach der Planung lediglich sieben Stellplätze vorgesehen. Gleichzeitig ist der Bereich rund um den Amtsplatz bereits heute häufig stark ausgelastet. Welche Auswirkungen das zusätzliche Verkehrsaufkommen auf Anwohner, Besucher, Einzelhandel und Gewerbe haben wird, wurde nach unserer Auffassung bislang nicht ausreichend untersucht.

Gesunde Wohnverhältnisse müssen nachgewiesen werden

Zwischen den beiden geplanten Gebäuden beträgt der Abstand lediglich rund 7,80 Meter.

Bislang fehlen Untersuchungen dazu,

  • ob ausreichend Tageslicht in die Wohnungen gelangt,
  • wie stark sich die Gebäude gegenseitig verschatten,
  • und ob die Innenbereiche eine ausreichende Aufenthaltsqualität bieten.

Gerade bei einer so dichten Bebauung halten wir diese Gutachten für unverzichtbar.

Planung muss unabhängig erfolgen

Ein Bebauungsplan ist eine Entscheidung der Stadt und nicht des Investors.

Deshalb erwarten wir, dass alle städtebaulichen Belange eigenständig geprüft, Alternativen bewertet und die Interessen der Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbar gegeneinander abgewogen werden. Nach unserer Einschätzung wird diese eigenständige planerische Abwägung in den vorliegenden Unterlagen bislang nicht ausreichend dokumentiert.

Mehr Grün statt mehr Beton

Nach den aktuellen Planungen würde das Grundstück nahezu vollständig bebaut oder befestigt.

Aus Sicht der CDU müssen die Auswirkungen auf Klima, Begrünung, Versickerung und Aufenthaltsqualität stärker berücksichtigt werden. Gerade im Ortskern sollten Freiflächen und Begrünung einen deutlich höheren Stellenwert erhalten.

Rodenberg braucht gute Lösungen. Keine Schnellschüsse.

Die CDU Rodenberg steht für eine verantwortungsvolle Stadtentwicklung.

Wir wollen Wohnraum schaffen, die medizinische Versorgung sichern und unsere Innenstadt weiterentwickeln. Aber wir wollen Projekte, die sich in unsere Stadt einfügen, den historischen Ortskern respektieren und langfristig einen echten Mehrwert für Rodenberg schaffen.

Deshalb lehnen wir den Bebauungsplan in seiner jetzigen Form ab und fordern eine grundlegende Überarbeitung.

Am 13. September entscheiden Sie mit Ihrer Stimme auch darüber, wie sich Rodenberg in Zukunft entwickeln soll. Gemeinsam setzen wir uns für eine lebenswerte Innenstadt, transparente Entscheidungen und eine Stadtentwicklung mit Augenmaß ein.

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